Die Kiste mit der Cloud: Wie drei Gründer mit einer App Logistikunternehmen vor Millionenschäden schützen

Die Kiste mit der Cloud: Wie drei Gründer mit einer App Logistikunternehmen vor Millionenschäden schützen

„Ein Produkt überzeugt, wenn es für den Nutzer eine Brücke in die Zukunft schlägt und nicht, wenn es einen gigantischen Sprung erfordert.“, so oder so ähnlich wie es der US-Amerikanische Unternehmensgründer Aaron Levie formuliert hat, dachten wohl die drei Gründer vom Unternehmen poolynk. Auch wenn deren Geschichte nicht im hippen Silicon Valley begonnen hat, sondern im idyllischen, niedersächsischen Kurort Bad Pyrmont, ist poolynk dabei, die Transportlogistik um einen Meilenstein voranzubringen. Die Branche rechnet bereits mit Einsparungen in Millionenhöhe. „Uns gibt es erst seit einem halben Jahr, in dieser Zeit konnten wir unser Auftragsvolumen verdreißigfachen“, erklärt Stephan Collisi, einer der drei Geschäftsführer und Mitbegründer von poolynk. Kein Wunder, denn Collisi und seine beiden Mitstreiter Martin Nether und Helge Plehn gehen mit ihrer Erfindung ein Problem an, das vielen Unternehmen bereits seit Jahrzehnten schmerzhaft und teilweise auch bis zur Existenzaufgabe zugesetzt hat. Es geht dabei um Ladungsträger aller Art.
 

Ob Container, Europaletten, Obst- und Gemüseboxen oder rote Fleischkisten – jährlich verschwinden Tausende von ihnen, gehen verloren oder kaputt. Häufig werden sie geklaut, weil sie bares Geld einbringen. „Der Schaden für Unternehmen aus allen Branchen geht in die Hunderttausende“, erklärt Stephan Collisi. Zusammen mit zwei Geschäftspartnern hat er jetzt mit poolynk eine App programmiert, mit deren Hilfe man Ladungsträger in Echtzeit verfolgen kann. Versender von Waren, wie beispielsweise Großbäckereien oder Fleischereien, Transportunternehmen und Empfänger wie Supermärkte und Großhändler können ganz einfach mit der neuen App nachvollziehen, wer von wem wieviel Leergut zurückbekommt oder schuldet. Die App kann jeder, der es mit Ladungsträgern zu tun hat, kostenlos auf sein Smartphone oder Tablet laden. Ein viertel Cent kostet dann die Verfolgung pro Kiste. Hört sich erst einmal wenig an, doch bei der Anzahl der Ladungsträger, die weltweit unterwegs sind, rentiert sich das für das Unternehmen poolynk mit seinen derzeit sieben Mitarbeitern. „Die App lohnt sich in jedem Fall“, erklärt Logistikexperte Collisi die Win-win Situation, „Logistikunternehmen geben für unseren Service nur einen Bruchteil von dem aus, was sie monatlich berappen müssen, wenn Ladungsträger verschwinden.“ Allein durch den Klau von Europaletten verliert eine mittlere Spedition zwischen 60.000 und 300.000 Euro im Jahr. Summen, die schon so manches Unternehmen in den Ruin gestürzt haben.

 

Die drei Gründer tüfteln bereits seit Jahren an einer effizienten Lösung des Problems. Möglichkeiten bestanden aber meist in speziellen, technisch aufwendigen Computerprogrammen – zur Datenmengenerfassung von Ladungsträgern zu teuer. Eine Zeitlang sind Collisi, Nether und Plehn beruflich dann getrennte Wege gegangen. Im Zeitalter von Cloud-Computing angekommen, haben sich die drei Logistiker wiedergetroffen. „Die Zeit war einfach reif die Sache umzusetzen“, erklärt Stephan Collisi. „In Zeiten, in denen jeder mit einem Smartphone oder Tablet immer und überall auf Daten zugreifen kann konnten wir ein Jahrzehnte altes Problem der Transportlogistik endlich beseitigen.“ Mit Erfolg. Innerhalb eines halben Jahres ist der Ansturm der Unternehmen auf das kleine Programm so groß geworden, dass sich das Volumen der Ladungsträger, die über poolynk verfolgt werden, vervielfacht hat. Waren es im Spätherbst vergangenen Jahres monatlich noch 15.000 Bewegungen von Kisten, Paletten und Containern, liegt der Wert jetzt bereits im mittleren sechsstelligen Bereich.

 

Mit poolynk haben die drei Gründer bereits jetzt einen gigantischen Sprung hingelegt. Mit großem Interesse beobachten die Big Player der Logistikbranche wie DB Schenker und Daimler die Entwicklung des kleinen Programms. Auch sie wittern, welches Potenzial in poolynk steckt. Auf Messen und Kongressen haben sich Trendscouts bereits mit den drei Gründern in Verbindung gesetzt. „Wir haben mit poolynk eine Brücke in die Zukunft der Transportlogistik geschaffen“, erklärt Collisi stolz. „Ob große oder kleine Unternehmen, poolynk kann von allen Unternehmen genutzt werden und wir wollen auch, dass das so bleibt.“
 

Über poolynk

Die poolynk GmbH mit Hauptsitz in Bad Pyrmont hat sich auf IT-basierte Lösungen im Bereich Ladungsträgermanagement spezialisiert. Gegründet wurde das Unternehmen im November 2016 von den jetzigen Geschäftsführern Stephan Collisi, Martin Nether und Helge Plehn. poolynk beschäftigt derzeit sieben Mitarbeiter. www.poolynk.com